Veranstaltung "Jugend trifft Biodiversität 2019"

Am Wochenende 28.-30.6.2019 hat das Bayerische Umweltministerium den Workshop „Jugend trifft Biodiversität 2019“ auf Burg Rothenfels im Landkreis Main-Spessart veranstaltet.

Bei idealem Sommerwetter haben 68 Jugendliche und junge Erwachsene in Begleitung von 29 Artenexperten die Tier- und Pflanzenarten rund um die Jugendherberge Burg Rothenfels erkundet.

Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz hatte die jungen Naturforscher im Alter von 12 bis 30 Jahren eingeladen, um ihr Wissen über die Artenvielfalt im Spessart gemeinsam mit ausgewiesenen Experten zu vergrößern.

Jeweils zwei bis drei Experten stellten am Samstag und Sonntag Blütenpflanzen, Pilze, Wildbienen, Tagfalter, Heuschrecken, Amphibien, Reptilien, Vögel und Säugetiere vor. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die sich bereits stark für die Biodiversität interessieren oder sogar engagieren, konnten sich aus den angebotenen Artengruppen drei aussuchen, die sie besser kennen lernen wollten. Im Vordergrund standen die Bestimmung der in der Umgebung der Burg vorgefundenen Arten und die Erklärung ihrer Lebensweisen. Für die Experten war es aber auch wichtig, den Teilnehmenden zu zeigen, wie Tiere naturschutzgerecht gefangen werden, welche Bestimmungsbücher brauchbar sind und wie Untersuchungsergebnisse richtig zu dokumentieren sind.

Exkursionsgebiete


Die Exkursionsgebiete umfassten Halbtrockenrasen im Muschelkalkgebiet bei Karbach, die sich durch ihre besonders artenreiche Flora hervorheben, darunter große Bestände des Kugelköpfigen Lauchs Allium spaerocephalon, des Schmalblättrigen Leins Linum tenuifolium und Orchideenarten wie Bienen-Ragwurz Ophrys apifera und Bocks-Riemenzunge Himantoglossum hircinum. Auf einem Acker wurden die seltenen Ackerwildkräuter Rundblättriges Hasenohr Bupleurum rotundifolium und Acker-Haftdolde Caucalis platycarpos entdeckt.
Der zweite Exkursionsschwerpunkt war das Hafenlohrtal. Floristische Besonderheiten auf der dortigen Büffelweide waren Salbei-Gamander Teucrium scorodonia und Wald-Geißbart Aruncus dioicus.

Besondere Entdeckungen

Zu den besonderen Entdeckungen der Wochenendveranstaltung zählen die deutschlandweit vom Aussterben bedrohte Graue Schmalbiene Lassioglossum griseolum, der in Bayern stark gefährdete Rote Scheckenfalter Meltaea didyma, das wohl größte Vorkommen des Rotbraunen Wiesenvögelchens Coenonympha glycerion in Unterfranken und der Erstnachweis des Großen Feuerfalters Lycaena dispar im Gebiet.
Nicht ganz so ideal waren die trocken-heißen Wetterbedingungen für die Kartierer der Pilze. Dennoch konnten im Naturschutzgebiet „Metzger“ einige Besonderheiten mit den merkwürdig klingenden Namen Kopfzystidien-Glöckling Entoloma tibiicystidiatum, Späne-Muscheling Hohenbuehelia auriscalpium oder Leuchtender Weichporling Pycnoporellus fulgens entdeckt werden.

Das Fangen von Mäusen und Fledermäusen bei Nacht beeindruckte die Teilnehmenden besonders. 13 verschiedene Fledermausarten wurden bestimmt – über die Hälfte aller bayerischen Fledermausarten, darunter die unter europäischem Schutz stehenden Arten Großes Mausohr, Bechsteinfledermaus und Mopsfledermaus. Die Begeisterung für die Natur war bei allen so groß, dass selbst beim abendlichen Lagerfeuer auf der Burg noch Nashornkäfer und Hirschkäfer bestimmt wurden.

Die begeisterten Statements aller Mitwirkenden zeigen, dass das Ziel der Veranstaltung, bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen das Interesse für die Artenvielfalt zu stärken, erreicht wurde. Die „alten Hasen“ sind vom Engagement der jungen Leute beeindruckt und freuen sich über das entstandene Netzwerk zwischen neuen und erfahrenen Artenexperten.

Impressionen

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Foto: PAN GmbH